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Echte Engelwurz-Angelica archangelica Previous | Next >

Echte Engelwurz - Angelica archangelica L.


Englisch : Angelica, Wild Parsnip, Garden-Angelica, holy ghost
Portugiesisch: angélica, mendonha
Spanisch: angélica, archangélica, gélica
Französisch: Archangelique, Herbe du Saint-Espritj Echte Engelwurz-Angelica archangelica

Synonyme dt.:
Arznei-Engelwurz
Echter Brustwurz
Echter Engelwurz
Brunstwurz
Lustwurz
Heilige Geist-Wurzel

Gartenangelik
Giftwürze
Angelikawurzel
Angelika
Angelikawurzel
Echte Engelwurz
Echter Engelwurz
Erzengelwurz
Engelbrustwurz
Edle Angelika
Zahme Angelika
Heiligenbitter
Heiliger Geist
Heiliggeistwurz
Theriakwurzel


Blatt: Blätter gross, zwei- bis dreifach -fiederschnittig; deren Abschnitte letzter Ordnung eiförmig oder eilanzettlich , spitz, ungleich- oder eingeschnitten-gesägt; der endständige ganz oder dreispaltig; seitenständige an ihrem Grunde schief, mitunter ein- bis zweilappig. Blattscheiden gross, häutig -schlaff, bauchig -aufgeblasen. Hülle fehlend oder einige hinfällige Blättchen. Hüllchen vielblätterig; deren Blättchen lineal - borstlich , nach der Blüte abfallend. Pflanze ist zwei- bis vierjährig und stirbt nach einmaligem Blühen und Fruchten ab.

Stengel bzw. Stamm: Wurzelstock kurz, dick, schwammig, fast abgebissen; aussen gelbbraun, innen gelblich-weiss, gelblich -milchend. Stengel röhrig, gefurcht. Aste unter der Dolde, samt den Doldenstrahlen feinflaumig, sonst ganze Pflanze kahl. Höhe 125 bis 300 cm.

Blüte: Blüten zwitterig. Kelch undeutlich fünfzähnig. Blumenblätter elliptisch, zugespitzt, mit einwärtsgebogener Spitze, einander gleich. Blumenkrone grünlich. Blütezeit Juli, August. Andromonöcisch, die Zwitterblüten stark vorstäubend.

Frucht bzw. Samen: Frucht oval, vom Rücken her zusammengedrückt; Rückenriefen gekielt; Seitenriefen geflügelt, Flügel etwa von der halben Breite des Früchtchens. Thälchen und Fugenfläche vielstriemig, aber die Striemen im Innenfruchtschalgewebe. Da das Mittelfruchtschalgewebe sich auflöst, liegt der reife Same, von zahlreichen Olstriemen bedeckt, frei in der Höhlung der Aussenfruchtschicht. Fruchtträger frei, zweiteilig.

Vorkommen: An buschigen, sumpfigen Stellen längs der Küste der Nord- und Ostsee, sowie in Schluchten höherer Gebirge; sehr zerstreut; in der Schweiz mitunter angebaut und an Ufern verwildert. Im übrigen Binnenlande ist sie selten oder fehlt ganz.

Weitere Informationen, Nutzen: (Wichtiger Hinweis!)


Als hauptsächlich nordische Pflanze war die Engelwurz den alten Griechen und
Römern nicht bekannt. Dagegen wurde sie in den nordischen Ländern sehr
geschätzt und wohl schon sehr früh als Kulturpflanze angebaut. In Island stand
sie unter dem Schutz der Gesetze. Von den Lappen wird auch heute noch die
wildwachsende Engelwurz als Speise gebraucht, auch bei den Grönländern bilden die Stengel, Blattstiele und Wurzeln der Archangelica fast die einzige vegetabilische Speise. In Mitteldeutschland scheint sie erst vom 14. Jahrhundert
an angebaut worden zu sein. Die Ärzte der Renaissance sind voll des Lobes über die, Heilwirkung der Pflanze. Sie rühmen sie als ein Gegengift und ein Präservativum während der Pestseuchen. Eng~lwurz wird heute zur Bereitung eines  Choleralikörs und der berühmten "Chartreuse" verwendet. Kühe geben nach dem Fressen der
Pflanze eine aromatisch schmeckende Milch.


Genussmittel, Nahrungsmittel
Ganze Pflanze: in Spirituosen, Likör
Blätter: als Tabakersatz
Samen: Würze
Stengel: kandiert als Süßigkeit
Schösslinge, Blätter: vor der Blüte zu Salat, Gemüse
Wurzeln: als Gemüse, in Likör, getrocknet/gemahlen als Mehlersatz, in Sauße, als Zugabe zu Schupftabak
Blüten: Aromastoff in Eis, in Salat
Öl aus Stengel und Wurzel: als Würze
Samen: als Tee


Die Wurzel, Radix Angelicae, ist offizinell. Sie wird bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden und -Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl verwendet.

Volksmedizin:
Die Volksmedizin unserer Zeit schätzt die Engelwurz als schweißtreibendes,
magenstärkendes, katarrh- und krampfwidriges Mittel. In der Schweiz gilt die Wurzel beim Volke als Antidot gegen giftige
Pflanzen und jedes eingenommene Gift.  Die Veterinärmedizin benutzt Radix Angelicae bei Verdauungsschwäche,
Krämpfen und Nervenstörungen.

Medizinisch:

Hauptsächliche Verwendung:  
gastrointestinale Beschwerden wie
Appetitlosigkeit, Meteorismus,
Stuhlunregelmäßigkeit

Aktivität : Abtreibend; Antibakteriell; Brechreizhemmend; Entzündungshemmend; Krampflindernd; Aperitif; Bitterstoff; 
Kalziumantagonist; gegen Blähungen;  Galle treibend; Cytostatic; Schweißtreibend;  Verdauungsfördernd; Entwässernd; 
Menstrautionsfördernd; Schleimlösend, Hustenlöser; Fungizid; Verdauungsstärkend; Muskelrelaxans; 
Photokarciogen; Phototoxisch; Hautreizend; Sekretionsanregend; Anregend bzw. Wachmacher; Magenstärkend; 
Kräftigend, Stärkend; Tracheorelaxant. 

Indikation : Appetitlosigkeit u. Magersucht; Arthrose; Asthma; Bakterien; Bronchitis; Krebs; Magenkrebs; 
Herzkrankheiten; Caries; Katarrh; Gallenblasenentzündung; Erkältungen; Husten; Krämpfe; Duodenosis; 
Menstruationsbeschwerden; Verdauungsstörungen;  Darmentzündungen; Fieber; Flatulenz; Völlegefühl; Pilze; Blähungen; 
Magenerkrankungen; Hepatose; Hypoacidity; Infektion; Entzündung; Schlafstörungen; Lice; Malaria; Schleimhautentzündungen; 
Pilzinfektionen; Psychosen; Nervenschmerzen; Dolor; Plague; Rippenfellentzündung; Ausfluss; Rheumatismus; 
Bauchschmerzen oder Leibschmerzen; Geschwülste; Tuberkulose; Tumor; Magengeschwüre und Darmgeschwüre;
Wassereinlagerungen. 

Dosierung : 
1 Teelöffel gemahlene Blätter, Wurzel, oder Samen/Tasse Wasser;
1,5 g Wurzel (1 Teelöffel = ~1.5 g)/täglich; 
4,5 g Wurzel; 
1–2 g Wurzel als Tee 3 ×/Tag; 
0,5–2 g gemahlene Wurzeln;
1–2 g Samen pro Tag
2–5 g trockene Blätter 3 ×/Tag; 
2–5 ml Blätter-Tinktur 1:5 in 45% Alkohol 3 ×/Tag; 
0.5–2 ml Wurzel Tinktur 1:5 in 50% Alkohol 3 ×/Tag; 
1.5 g Wurzel Tinktur 1:5; 2–5 ml Blätter-Extrakt 1:1 in 25% Alkohol 3 ×/Tag; 
0.2–5 ml Wurzel Extrakt 1:1 in 25% Alkohol 3 ×/Tag; 
2–4 ml flüssiger Wurzel Extrakt; 
2–4 ml flüssiger Kraut Extrakt; 
Weinglas vom Wurzel Tee. 

In der Homöopathie: dil. D 1-3, dreimal täglich 10 Tropfen.

Gegenindikation, Nebenwirkungen und Seiteneffekte :
längere Sonneneinstrahlung vermeiden. Nicht bei Magen-Darm-Geschwüren. Lichtempfindlichkeit aufgrund Furocumarine.
Furanocumarine können phototoxische Dermatosen auslösen.
Gerinnungshemmer. Wurzel-Öl sollte max. zu 7800 ppm in Haut-Produkten enthalten sein, wenn die Haut 
UV-Bestrahlung ausgesetzt wird. Nicht bei Nierenentzündungen. Bergapten steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein.
Angelica Wurzel wirkt angeblich Abtreibend. Sollte nicht in Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.
Nich bei Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Durst, Schwitzen und erhöhtem Puls verwenden.
(Man sollte nicht vergessen, dass auch Pastinaken und Mohrrüben hohe Dosen Curmarin enthalten.)

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Speisewert:

Medizinisch

1 Bild(er) für diese Pflanze

Angelica archangelica


© Kari Pihlaviita @ Helsinki

Abmessungen:

Pflanze Höhe : 100.00 ... 200.00 cm x

Frucht Größe:



Samen Größe:

Wuchsform

Krautige Pflanzen, Halbsträucher
Wasserpflanzen, Blätter schwimmend oder getaucht

Blütezeit

Blütezeit Juli - 07
Blütezeit August - 08

Pflanze Jährigkeit

Mehrjährig

Haare

Blätter

Blütenstand

Blüten

Früchte

Verbreitung

Europa